Die Schweiz – Berge, Schokolade, Käse, Banken, Kräuterbonbons, Stunts… Moment, Stunts? Ja, Stunts. Die Schweiz ist für Vieles bekannt, aber dass hier eine rege Stuntszene Action auf die Leinwand bringt, wissen viele nicht. Manch Schweizer Stuntman oder Stuntwoman hat es schon bis nach Hollywood geschafft. Schweizer Stuntfirmen produzieren für internationale Kunden. Wir nehmen an dieser Stelle die Schweizer Stuntszene einmal genauer unter die Lupe und gewähren Einblicke, denen es an Explosivität nicht mangelt.
Stunts aus der Schweiz – die Kunst zu fallen
Schubsen und geschubst werden, schlagen und geschlagen werden, sich von einem Auto anfahren lassen oder aus einem Fenster fallen: Situationen, denen Otto Normalverbraucher lieber aus dem Weg geht, sind für Schweizer Stuntfrauen und -männer ganz normaler Alltag.
Doch bevor man sich für echt wirkende Actionszenen vor Fahrzeuge wirft oder vor Explosionen davonrennt, braucht es ein intensives Training. Auch Fallen will gelernt sein. Ein Problem, wenn der Traumjob Stuntman oder Stuntwoman lautet, ist, dass es keine vom Gesetz geregelte Ausbildung für den Beruf gibt. Stuntman und Stuntwoman sind zudem keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt ein paar wenige Stuntschulen. Stunts Schweiz bedeutet in der Regel: Hier übernehmen die Stuntfirmen die Vermittlung der notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse. Darüber hinaus ist es hilfreich, sich selbst mit einem intensiven Sporttraining und dem Erlernen von Kampfsportarten und Akrobatik vorzubereiten.
Action made in Switzerland – kleine Branche, grosse Wirkung
Hollywood ist fraglos die Hochburg für Stuntproduktionen. Aber es gibt auch in der Schweiz eine grösser werdende Szene professioneller Stuntleute und Produktionsfirmen. Schweizer Stuntleute und Firmen sind in unterschiedlichen Bereichen von Film- und Fernsehproduktionen über Werbespots bis hin zu Live-Stuntshows aktiv.
Auch wenn die Schweizer Stuntszene vergleichsweise klein ist, müssen sich Schweizer Stunts nicht verstecken. Qualitativ können sie mit internationalen Standards hervorragend mithalten. Schweizer Stuntleute und Produktionsfirmen arbeiten für nationale und internationale Produktionen. Besonders gefragt sind dabei Stuntchoreografien für Kampfszenen, Autostunts oder Fallszenen aus grosser Höhe.
Oliver Keller – ein Schweizer in Hollywood
Ein Urgestein der Schweizer Stuntszene ist Oliver Keller. Keller, Jahrgang 1975, musste seinerzeit noch nach Hollywood auswandern, um den Traum seiner Kindheit ausleben zu können. Seit er im zarten Alter von 7 Jahren die Serie ‚Ein Colt für alle Fälle‘ gesehen hatte, wollte er Stuntman werden. Doch in der Schweiz gab es keine grosse Filmindustrie. Seine Grundausbildung absolvierte Keller an einer Stuntschule in Deutschland. Seinen ersten professionellen Stunt vollführte er für eine Folge von ‚Alarm für Cobra 11‘. Im Alter von 24 Jahren zog Keller schliesslich nach Hollywood. Mit wenig Geld in den Taschen, vielen Träumen im Kopf brauchte es ein paar Jahre, bis er von seiner Arbeit als Stuntman leben konnte. Schliesslich schaffte er es jedoch in Produktionen wie ‚Spider Man‘, ‚Der Diktator‘ und Master and Commander‘.
Inzwischen gibt Oliver Keller sein Handwerk bereits an die nächste Generation weiter. Tochter Geneva tritt in seine Fussstapfen und lässt Explosionen, Kampfszenen und Stürze real aussehen.
Schon gewusst? Ohne die Schweiz sähen nicht nur viele waghalsige Szenen, sondern auch zahlreiche Filmkulissen ganz anders aus. Vor allem die Schweizer Bergwelt wird nicht zuletzt in Hollywood immer wieder gerne für aufregende Filmsets genutzt. So wurde das Örtchen Grindelwald zur Star-Wars-Kulisse. George Lucas siedelte den Heimatplaneten von Prinzessin Leia in den Alpen an.
