Schlaflos durch Smartphones: Nächtliche Reizquelle oder halb so schlimm?

Stundenlanges Scrollen am Smartphone oder Binge-Watching der Lieblingsserie zählen bei den meisten zu den abendlichen Ritualen. In den seltensten Fällen ist man vor dem Schlafgehen keinem Blaulicht ausgesetzt. Smartphones, Tablets und Co. wirken auf den ersten Blick harmlos. Schliesslich gehören sie einfach zum Alltag dazu. Tatsächlich stehen die Geräte jedoch in Verdacht, den natürlichen Schlaf-Wach Rhythmus des menschlichen Organismus negativ zu beeinflussen. Doch was steckt dahinter: sollte man das Smartphone abends lieber beiseitelegen oder kann getrost weitergescrollt werden?

Schlafprobleme als Volkskrankheit

So gut wie jede Person hat zumindest einmal in ihrem Leben mit Schlafproblemen zu tun. Wie sich diese äussern, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Tatsache ist jedoch, dass Schlafprobleme immer häufiger auftreten. Ein Drittel der schweizerischen Bevölkerung leidet laut Angaben des Bundesamtes für Statistik an anhaltenden Schlafstörungen. Die Gründe dafür sind verschieden und lassen sich pauschal nicht festlegen. Tendenziell leiden jedoch häufiger Frauen an Schlafstörungen. Bei Männern hingegen ist „Volkskrankheit“ nicht so weitverbreitet. Schlafprobleme sind vielfältig. Vom alltäglichen Stress bis hin zur Einnahme von Medikamenten sind die Auslöser divers. Daher hat die Entstehung von Schlafproblemen natürlich nicht per se etwas mit Blaulicht zu tun.

Eines ist jedoch klar: wer auf Dauer zu wenig schläft, wird dadurch krank. Die Schlafberatung Schweiz ist daher eine sinnvolle Anlaufstelle, um Ursachen für das nächtliche Leiden zu finden. Schliesslich möchte niemand mit anhaltenden Beschwerden zu kämpfen haben.

Wie sich Blaulicht auf den Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt

Smartphones, Tablets, Fernseher und Co. strahlen bei der Nutzung Blaulicht ab. Dies nehmen wir im Alltag gar nicht so wahr und tatsächlich ist Blaulicht per se nicht schädlich. Sprich, es verursacht keine Krankheiten und hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Was jedoch schon dadurch beeinflusst wird, ist der zirkadiane Rhythmus – also die innere Uhr des Menschen. Die sorgt für einen ausgewogenen Schlaf-Wach-Rhythmus und steuert wichtige biologische Prozesse. Darunter die Produktion des Schlafhormons Melatonin.

Melatonin wird erst so richtig bei kompletter Dunkelheit ausgeschüttet. Wenn man jedoch abends am Smartphone scrollt oder den Fernseher zum Einschlafen an hat, wird die Produktion des Hormons gehemmt. Dies wiederum führt dazu, dass der Körper sozusagen im „Wachmodus“ bleibt. Von Müdigkeit und Co. ist also noch lange nichts in Sicht. Doch nicht nur das Einschlafen verzögert sich. Blaulicht hat auch direkte Auswirkungen auf die Schlafqualität. Wer schon einmal beim Fernsehen eingeschlafen ist, kann dies wahrscheinlich bestätigen.

Schlafkiller oder Mythos?

Jede Person ist verschieden, und so individuell ist auch das Schlafverhalten. Es gibt Personen, welche nur in dunklen Räumen einschlafen können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Gruppen, welche am besten mit Fernseher durchschlafen.

Fakt ist aber: Blaulicht hemmt die Produktion von Melatonin. Dies wurde auch wissenschaftlich belegt. In zahlreichen Studien wird die Aussage unterstrichen. Nicht jede Person reagiert aber gleich auf abendliches Bildschirmlicht. Manche Personen nehmen es gar nicht wahr. Für andere hingegen ist es ein immenser Störfaktor. Neben dem Blaulicht spielen aber auch die Inhalte eine Rolle. Wer kurz vor dem Schlafengehen durch Social Media scrollt, ist grösseren emotionalen Reizen ausgesetzt, als wenn im Hintergrund ein Film läuft. Und genau diese Reize in Kombination mit Blaulicht sorgen dafür, dass das Gehirn aktiv bleibt. Daher fällt es in den Abendstunden auch so schwer, das Handy beiseitezulegen.