Bei den Volleyball-Cupfinals in Bern sind die Überraschungen ausgeblieben. Die Männer von Lausanne setzten sich gegen Lugano ebenso problemlos 3:0 durch wie die Frauen von Voléro Zürich gegen Neuchâtel UC.
So stimmungsvoll die Atmosphäre auf den Tribünen, so eindeutig verliefen die beiden Finals. Die Aussenseiter aus
Lugano und Neuenburg schafften es nicht, die Favoriten in der propenvollen Wankdorfhalle vor über 3000 Zuschauern
ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Lausanne und Voléro setzten damit die Tradition der einseitigen Cupfinals fort.
Letztmals hatte im Jahr 2000 ein Final in fünf Sätzen geendet.
Lugano vermochte Lausanne nur im ersten Satz einigermassen zu fordern. Doch nach dem 24:26 brachen die Tessiner
auseinander. 25:14 und 25:15 lauteten die Resultate in den folgenden Durchgängen zu Gunsten Lausannes, das sich den
dritten Cuptitel nach 1995 und 2008 holte. Christophe Augsburger blockte nach 74 Minuten einen Tessiner Angriff
erfolgreich und beendete so die Partie.
Der Mann des Spiels war zweifellos Carlos Guerra. Der Mexikaner, der einst auch Näfels zu Titelehren geführt und auf
diese Saison hin von Münsingen ins Waadtland gewechselt war, überzeugte im Angriff und im Service. Zusammen mit seinem
Landsmann Leonardo Manzo drückte er dem druckvollen Spiel von LUC den Stempel auf. Lausannes französischer Trainer
Frédéric Trouvé war aber nicht nur mit seinen beiden Mexikanern, sondern mit dem ganzen Team zufrieden: "Wir sind heute
vor allem auch als Kollektiv stark aufgetreten und können mit unserer Leistung mehr als zufrieden sein."
Bei Lugano zahlten sich die kurzfristigen Transfers von Goran Bjelica (Ser) und Passeur Colin Jaggard (Ka), der sein
Debüt gleich im Cupfinal gab, letztlich nicht aus. Nach dem guten ersten Satz brachen die Tessiner regelrecht ein.
Trainer Marcel Rechsteiner sprach von einer "Spielweise der Fanatsie". Man habe alles vergessen, was man sich
vorgenommen und im ersten Satz auch habe umsetzen können. Trotzdem blickte er versöhnlich zurück: "Nach unserem
schlechten Saisonstart können wir mit dem Vorstoss in den Cupfinal zufrieden sein, obwohl wir nun klar verloren
haben."
Text: www.volleyball.ch
