Stefan Edberg gewinnt BNP Paribas Zurich Open 2010
Die Premiere der BNP Paribas Zurich Open endete mit dem Sieg von Publikumsliebling Stefan Edberg. Der Schwede triumphierte nach einer abwechslungsreichen Partie mit einem 3:6, 6:3, 12:10-Finalerfolg gegen Goran Ivanisevic.
In der entscheidenden Phase der Partie wurde der "Herr der Asse" ausgerechnet von seiner Lebensversicherung im Stich gelassen. Ivanisevic, der über weite Strecken die ersten Bälle mit mehr als 210 Stundenklometern ins gegnerische Feld gehämmert und Edberg chancenlos gelassen hatte, wehrte bei 9:10 im Super-Tiebreak einen Matchball mit seinem 15. Ass ab, danach beging er aber seinen fünften Doppelfehler. Edberg, der deutlich weniger stark aufgeschlagen hatte, auch, weil er durch eine Bauchmuskelzerrung handicapiert war, sicherte sich darauf den Sieg mit seinem fünften Ass und nahm die verdiente "Standing Ovation" des Publikums entgegen.
"Das ist einer der besten Events auf der Tour mit einem sehr fachkundigen Publikum", bedankte sich der Schwede bei der Siegerehrung. Für ihn ist die Schweiz quasi eine zweite sportliche Heimat. Er hat hierzulande nun schon an drei Orten Titel abgeholt, nachdem er in seiner Aktivzeit sowohl in Gstaad (einmal) wie auch in Basel (dreimal) gewonnen hatte. "Die Schweiz ist ein wenig wie Schweden", so der in London wohnhafte Mann aus Västervik, "es ist eines der besten Länder, um Tennis zu spielen. Das Publikum ist sehr fachkundig und weiss tolle Schläge zu schätzen".
Der Sieg von Edberg war alles andere als selbstverständlich, er gewann trotz einer Blessur, die er im ersten Satz hatte behandeln lassen. "Es war eine leichte Bauchmuskelzerrung, die mich beim Aufschlag minim behindert hat. Es war aber sonst gar kein Problem, ich habe in dieser Woche einfach sehr, sehr viel Tennis gespielt und am Schluss merkt man dies", sagte Edberg. Seine Strategie im Duell der beiden Wimbledon-Champions war einfach gewesen: Das Service-Gewitter über sich ergehen lassen, hoffen und zuschlagen. "Wenn er so aufschlägt, ist er praktisch nicht zu breaken. Man muss einfach auf die eine Chance hoffen, die sich vielleicht ergibt und dann zuschlagen. Manchmal gelingt‘s, manchmal nicht."
Ivanisevic, der bei 9:8 selber einen Matchball mit einem Vorhandreturn vergeben hatte, kam hingegen stocksauer an die Pressekonferenz. "Ich bin extrem wütend auf mich. Diese Partie hätte ich nie verlieren dürfen", so der "Herr der Asse", der aber einräumte, dass es "ansonsten ein grossartiges Turnier war. "Und so etwas wird mir das nächste Mal nicht mehr passieren."
Das Endspiel bildete einen würdigen Epilog unter ein sehr ausgeglichenes Turnier. Neben den Finalisten sorgten besonders John McEnroe und Henri Leconte für enorm viel Spektakel, alle Teilnehmer rechtfertigten aber ihre Einladung mit guten Leistungen.
Links:
