Handball EM-Qualifikation: Weissrussland - Schweiz

hinzugefügt am 14.03.11 im Channel: Handball

EM-Qualifikation: Zweite bittere Niederlage für die Schweiz

Die Schweizer Nationalmannschaft hat auswärts in Weissrussland unglücklich mit 24:26 verloren. Die SHV-Auswahl zeigte vor 3300 Fans eine starke Vorstellung, stand sich aber in den entscheidenden Momenten selbst im Weg. Nach einer verdienten 14:12-Pausenführung mussten die Schweizer den Weissrussen in der umkämpften zweiten Halbzeit die Wende zugestehen.

Die zweite Partie gegen Weissrussland innert vier Tagen brachte für die SHV-Auswahl die zweite bittere Niederlage. Dass die Schweizer in Minsk am Sonntagnachmittag aber als Verlierer vom Platz gingen, wäre alles andere als nötig gewesen. Die Equipe von Goran Perkovac zog aus dem Hinspiel in Stäfa nämlich die richtigen Schlüsse und zeigte eine überragende Defensivleistung. "Es war heute genau jene Verteidigung, die ich mir vorstelle", sagte Goran Perkovac. "Wenn wir so zusammenarbeiten und kämpfen, können wir auch gegen starke Mannschaften bestehen. Allerdings nützt es nichts, wenn wir dann vorne die Tore nicht schiessen." Tatsächlich erkämpften sich die Schweizer vor 3300 lautstarken Fans in der weissrussischen Hauptstadt in der ersten Halbzeit sämtliche Vorteile. Doch weil sie nach der Pause im Angriff zu oft sündigten und immer wieder am herausragenden Torhüter Kazimir Kotlinski (23 Paraden; 15 davon in der zweiten Halbzeit) scheiterten, brachten sie sich gleich selbst um die Früchte ihrer Arbeit.

Bis dorthin hatten die Schweizer mit ihrer aktiven und aggressiven 6-0-Verteidigung alles im Griff gehabt. Im Gegensatz zum Mittwoch funktionierte der Mittelblock, in dem Thomas Heer von Beginn an zum Einsatz kam, ausgezeichnet. Weissrussland, das im Hinspiel noch wiederholt über den Kreis erfolgreich war, fand lange keine Lösung und wurde zu zahlreichen Fehlern gezwungen. Die Schweiz führte rasch mit 2:0 und hatte die ganze Zeit kleine Vorteile auf ihrer Seite – dies auch, weil Torhüter Pascal Stauber mit total 15 Paraden kleine Unachtsamkeiten seiner Vorderleute teilweise spektakulär wieder ausbügeln konnte. Und spätestens, als Thomas Hofstetter in der 27. Minute sogar in doppelter Unterzahl wieder auf 12:10 erhöhte, wurde es ruhig in der Halle. Die Schweizer traten bis zur Pause bemerkenswert souverän auf und lagen folgerichtig mit zwei Toren vorne.

Dann aber riss unverhofft der Faden. Es war jene verhängnisvolle Phase nach der Pause, welche Weissrussland überhaupt erst wieder zurück in die Partie brachte. Die Schweiz hatte ihre Führung soeben auf 15:12 ausgebaut und das Spiel scheinbar sicher unter Kontrolle, als die SHV-Akteure gleich reihenweise aus besten Positionen an Kotlinski scheiterten und den weissrussischen Keeper richtiggehend warmschossen. Die Weissrussen, angeführt vom starken Siarhei Rutenka (9 Tore aus 12 Versuchen), erzielten vier Treffer in Serie und gingen in der 36. Minute erstmals überhaupt in Führung. Das Publikum erwachte, und die Schweizer rannten plötzlich wieder einem Rückstand hinterher. Wie schon am Mittwoch kam die SHV-Auswahl danach zwar jeweils wieder zum Ausgleich, vergab aber dann wiederholt beste Möglichkeiten und musste das Heimteam ziehen lassen. Die Entscheidung fiel schliesslich in der 59. Minute, als Dsianis Rutenka seine Farben – notabene nach einem Schweizer Fehlversuch – mit 26:23 in Führung schoss.

"Wir waren heute eigentlich das bessere Team, haben den besseren Handball gespielt. Aber wir haben etwa zehn Hundertprozentige nicht gemacht", sagte Goran Perkovac. Den Schweizern ging in der Schlussphase die Ruhe und Kaltblütigkeit verloren, die sie in der ersten Halbzeit so stark gemacht hatte. Und weil in den entscheidenden Momenten die Nerven versagten, blieb ein durchaus mögliches Comeback der Schweizer Nationalmannschaft in der letzten Viertelstunde nur Wunschdenken. So war es irgendwie symptomatisch, dass Manuel Liniger und Andy Schmid, die in Minsk unter ihren Möglichkeiten blieben, die Penalties in den letzten zehn Minuten an den Pfosten setzten. Am Ende blieb wie schon am Mittwoch die bittere Erkenntnis, dass Weissrussland zu schlagen gewesen wäre. Nur leider kann man sich davon nichts kaufen.

Links:

Quelle: handball.ch

0 Kommentare

Kommentar schreiben

Kommentar