EM-Qualifikation: Die Schweiz gegen Dänemark chancenlos
Die Schweizer Nationalmannschaft hat das EM-Qualifikations-Heimspiel gegen Dänemark diskussionslos mit 25:36 verloren. Vor 2200 Zuschauern in der ausverkauften Eulachhalle zeigten die ausgeglichenen Skandinavier eine überzeugende Vorstellung und liessen der SHV-Auswahl kaum eine wirkliche Chance. Bereits zur Pause führte Dänemark vorentscheidend mit 19:14.
Die 2200 Fans in der Winterthurer Eulachhalle durften lediglich eine Viertelstunde auf einen Schweizer Exploit hoffen. Dann aber setzte sich der Europameister von 2008 eindrücklich ab. Innert neun Minuten machten die Dänen aus dem 8:8 ein 16:10 und nahmen der SHV-Auswahl damit schon früh jegliche Hoffnungen auf einen überraschenden Punktgewinn. Die Schweizer blieben in dieser Phase vor allem in der Offensive wirkungslos und begingen zwei, drei unnötige Fehler, die es den konterstarken Dänen ermöglichten, sich vorentscheidend abzusetzen. Das Team von Trainer Ulrik Wilbek überzeugte mit seinem unheimlich starken Kollektiv – Wilbek konnte rotieren, ohne dass sich am Leistungsvermögen seiner Auswahl etwas änderte.
Die Schweizer ihrerseits konnten ihr Rendement in Winterthur nicht wie gewünscht abrufen. Andy Schmid spielte zwar solid und war mit sechs Treffern bester Torschütze, beging aber wesentlich mehr Fehler als zuletzt in Russland und hatte nur bedingt Einfluss auf das Spiel. Der andere Bundesliga-Legionär, Manuel Liniger, kam nur wenig zum Abschluss und blieb vorab in der ersten Halbzeit weit unter seinen Möglichkeiten, ehe er in der 46. Minute mit einer Sprunggelenks-Verletzung ausschied. Ebenfalls nicht auf Touren kam der gesamte Rückraum, der kaum einmal ein wirkungsvolles Mittel gegen die dänische Mauer fand. Und weil auch die Schweizer Goalies mit total 9 Paraden in 60 Minuten nicht restlos überzeugten, war das Verdikt zur Pause mit 14:19 schon recht deutlich.
Trotzdem gab es auf Schweizer Seite auch viele Lichtblicke zu verzeichnen. Goran Perkovac schenkte seinen jungen Akteuren erneut viel Vertrauen, und diese dankten es ihm mit starken Leistungen. Michal Svajlen erzielte zwei Treffer und wusste in der Defensive zu überzeugen. Dasselbe gilt auch für Alen Milosevic, der sich am Kreis gegen die dänischen Abwehrtürme viel Respekt verschaffte. Mehr als erfreulich waren auch die Länderspiel-Débuts der beiden U19-Nationalspieler Nicolas Raemy und Luca Spengler. Raemy spielte erfrischend und ohne Furcht auf, erzielte drei Tore und erkämpfte einen Siebenmeter. Und Luca Spengler, der gleich in seinem ersten Angriff sein erstes Tor für die Nationalmannschaft erzielte, stellte sein grosses Potenzial mehrfach unter Beweis – auch wenn er in der Folge glücklos blieb. Die Leistung des 18-Jährigen war umso erstaunlicher, als dass er in seinem Verein bisher lediglich in der NLB zum Einsatz kam.
Das alles täuschte aber nicht darüber hinweg, dass die Dänen am Ende auch in der Höhe verdient gewannen. "Wir haben etwa 20 Spieler auf diesem Niveau und können viel rotieren, das macht den Unterschied aus", sagte Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek. Goran Perkovac konstatierte, dass "die Dänen derzeit über eine der besten Verteidigungen der Welt" verfügen und es natürlich schwierig sei, wenn in seinem Team nicht alles optimal laufe. Dennoch blickte er mit Zuversicht in die Zukunft. "Was die Jungen gezeigt haben, gibt uns Hoffnung. Wenn ihre Entwicklung so weitergeht, bilden sie in zwei, drei Jahren den Stamm einer schlagkräftigen Nationalmannschaft", sagte er.
Schweiz – Dänemark 25:36 (14:19)
Eulachhalle, Winterthur – 2200 Zuschauer (ausverkauft) – Sr. Raluy/Sabroso (Sp).
Torfolge: 0:1, 1:2, 3:2, 5:4 (10.), 5:6, 8:8 (17.), 8:11, 10:12, 10:16, 13:18, 14:19; 14:20, 16:21, 17:22, 17:24, 19:24, 20:25; 20:30, 22:31, 23:33, 24:34, 24:36, 25:36.
Strafen: 4mal 2 Mintuen gegen die Schweiz; 3mal 2 Minuten gegen Dänemark.
Schweiz: Stauber/Quadrelli (18. bis 36.); Schmid (6), Goepfert, Kurth (3/1), Liniger (4), Ursic (3), Spengler (1), Graubner, Milosevic (2), Raemy (3/1), Svajlen (2), Parolo, Bächtold (1).
Dänemark: Landin/Green (ab 42.); M. Christiansen (2), Boesen (5), Oechsler (1), L. Christiansen (2), Olsen, Eggert (4), Spellerberg (2), Noddesbo (4), Svan Hansen (5), Lindberg, Toft Hansen (3), Hansen (5), Nielsen, Irming.
Bemerkungen: Schweiz ohne Fellmann, Vukelic (verletzt), Hess (überzählig), Scheuner und Schelbert (beide nicht eingesetzt). Liniger schiesst Penalty neben das Tor (24./10:13). Landin hält Penalty von Kurth (34./16:21). Liniger verletzt ausgeschieden (46.). Länderspiel-Débuts von Raemy und Spengler. 150. Länderspiel von Liniger.
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