CR BM Valladolid - Kadetten, 35 : 26 (15 : 13)
Kadetten verlieren in Valladolid
Beim spanischen Topclub verloren die Schaffhauser zum Abschluss der Champions-League-Vorrunde 26:35 (13:15) und bleiben damit Tabellenvierte. Im Achtelfinal treffen sie auf einen weiteren namhaften Gegner.
Eine zweite grosse Überraschung ist ausgeblieben: Nach dem sensationellen Sieg vor zwölf Tagen gegen Medwedi Tschechow mussten sich die Kadetten in Valladolid deutlich mit 26:35 geschlagen geben. Die Niederlage geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Nach einer ordentlichen ersten Hälfte verloren die Schaffhauser nach dem Seitenwechsel je länger, je mehr den Faden. Eine knappe Viertelstunde vor Schluss war das Spiel gelaufen (28:19). Bei den Kadetten fehlte nach der definitiven Qualifikation für den Achtelfinal am Donnerstag die letzte Konsequenz in ihren Aktionen. Die Spannung war weg, der unbedingte Siegeswille nicht zu sehen. Das Team von Petr Hrachovec bleibt nun auf Platz vier, Valladolid hingegen sicherte sich den zweiten Platz in der Gruppe.
In den letzten Minuten der Partie feierten die knapp 5000 Zuschauer im «Polideportivo Pisuerga» vor allem einen: Tomas Svensson. Der 43-jährige schwedische Nationalgoalie, eigentlich die Nummer zwei hinter Jose Manuel Sierra, wehrte sich mehrmals erfolgreich gegen freie Schüsse der Kadetten und zeigte insgesamt 17 Paraden. Der Schweizer Meister scheiterte aber auch an sich selbst. Elf einfache Fehler unterliefen den Kadetten in der zweiten Hälfte. Die Angriffsquote sank von 45 Prozent im ersten Durchgang auf 36 im zweiten – und das, obwohl die Gäste in beiden Halbzeiten gleich oft trafen. Durch die vielen Fehler auf beiden Seiten wogte das Spiel in der Schlussphase hin und her. Die Kadetten konnten im Gegensatz zum Heimteam jedoch ihre Konter nicht verwerten. Deswegen fiel das Verdikt (anders als zum Beispiel beim 35:38 auswärts bei Tschechow oder beim 30:35 zu Hause gegen Minsk) auch derart deutlich aus.
Ein paar Kilo zu viel
In der Schaffhauser Defensive machten Edu Fernandez und Angel Romero dem Mittelblock das Leben schwer. Die beiden 120-Kilo-Männer erkämpften sich im Stile von Sumo-Ringern die nötigen Freiräume. Fernandez erzielte wie im Hinspiel sechs Tore. Er profitierte auch davon, dass sich die Kadetten im Verlauf des Spiels vermehrt auf den Rückraumhünen Nenad Bilbija (fünf Tore bis zur Halbzeit) konzentrierten. Bei den Gästen lief lange nichts über den Kreis, bevor Iwan Ursic in der letzten Viertelstunde vier seiner insgesamt fünf Treffer warf. Zu Beginn des Spiels hatten beide Teams Mühe, in einen Spielrhythmus zu finden. Nach der zähen Startphase war das Skore noch ausgeglichen (3:3/13.). Kadetten-Goalie Björgvin Gustavsson wehrte in der ersten Viertelstunde zwei Penaltys ab. Im Angriff kamen von den Aufbauern Peter Kukucka, Aleksandar Stojanovic und Mait Patrail am Anfang die meisten Impulse. Die offensive Abwehr der Spanier schränkte die Kreise des Slowaken jedoch schnell und wirksam ein. Auch der Este wurde durch eine enge Bewachung abgemeldet. Gerade die Tore Patrails fehlten in der zweiten Hälfte, als der Rückstand anwuchs. Den Vorsprung erspielte sich Valladolid vor allem auch durch Treffer vom Flügel (10), während bei den Kadetten auf dieser Position nur wenig kam. Immerhin zeigte im Rückraum der für Kukucka eingewechselte Elio Bucher eine beherzte Leistung (drei Tore). Die Kadetten müssen dieses Spiel möglichst schnell abhaken. Sie können sich nun auf den Achtelfinal gegen eine weitere Top-Mannschaft (siehe Zweitstoff) freuen. Nach den Strapazen der letzten Wochen mit zehn Spielen innert einem Monat folgt nun mit den Partien der Nationalmannschaften eine willkommene Pause für die Kadetten – könnte man meinen. Vier Schweizer Spieler (Ursic, Quadrelli, Graubner, Goepfert) bereiten sich ab heute für die beiden Duelle gegen Weissrussland vor. Auch Gustavsson, Patrail, Jurca, Filip und Kukucka reisen zu ihren Auswahlen.
Im Achtelfinal treffen die Kadetten auf einen Gruppensieger, nicht jedoch auf denjenigen der eigenen Gruppe (Medwedi Tschechow). Am Donnerstag sicherte sich Ciudad Real diesen Rang in der Gruppe D, am Wochenende zogen Kiel (Gruppe A) und Montpellier (Gruppe B) nach. Die Franzosen fingen Veszprém (Un) dank einem 30:24-Heimsieg im gestrigen Direktduell noch ab. Gegen die Spanier haben die Kadetten schon Champions-League-Erfahrung. 2006 hatte der Schweizer Meister gegen die «Manchegos» zweimal keine Chance (31:39; 30:37). Die Kadetten treten zuerst zu Hause an. Weil am Wochenende des 26. /27. März die Eulachhalle in Winterthur besetzt ist, kommt als Spieltag nur der 23. oder der 24. März in Frage. Laut Kadetten-Manager Peter Leutwyler lege wahrscheinlich das Fernsehen das Datum fest.
Quelle: Kadetten Schaffhausen Handball
