Hopp Amriswil, hopp Amriswil»
Allen Anfeuerungen der Fans zum Trotz mussten sich die NLA-Volleyballer dem Team Halbank Ankara geschlagen geben. Das Publikum nahm es sportlich und war von der Leistung seiner Mannschaft begeistert.
«Wo sind die Fans von Amriswil?» Tom Schnegg brüllt die Frage ins Mikrophon, ein vielstimmiges Brüllen tönt aus allen Ecken der Sporthalle Tellenfeld zurück. Nun die Gegenfrage: «Wo sind die Fans von Ankara» – und gleichermassen ein vielstimmiges, wenn auch nicht ganz so lautstarkes Brüllen kommt zurück. Und damit das StarTV, das den Match mit der Kamera einfangen möchte, auch gleich noch mal eine Tonprobe nehmen kann, alles noch einmal von vorne. Die Amriswiler brüllen und klatschen, unterstützt vom dumpfen Klang der Trommel, die türkischen Fans schwingen Fähnchen und zeigen sich stoisch.
Bratwurst und Kebab
Überhaupt scheint es diesen Abend eher ein Freundschaftsspiel zu sein, denn ein «echter» Wettkampf. Man gibt sich leutselig, der das Amriswiler Team sponsernde Wirt vom «Eufrat» begrüsst seine türkischen Landsleute auf Wunsch von Tom Schnegg in deren Landessprache, und alle rücken etwas zusammen, wenn es darum geht, einem Fan noch Platz zu machen – egal ob er nun für die Amriswiler oder das Team aus Ankara klatscht. Auch bei den Fan-Paketen nehmen's die Leute nicht genau: Die vom TVA angebotenen Schweizer-Fan-Pakete mit Bratwurst und Getränk finden vor allem bei den türkischen Gästen Absatz, die Türkei-Fan-Pakete hingegen mit Kebab und Getränk landen vorwiegend in den Mägen der Schweizer Fans. Man gibt sich multikulturell und honoriert auch mal einen schönen Pass der Gäste mit Applaus.
200 statt 35 000
Tom Schnegg hat es schon vorweggenommen: Halbank Ankara sei eines der zehn besten Teams von Europa. Kein Wunder bei der Zahl der Volleyballer, die im Grossraum von Ankara leben: Unter den rund 8 Millionen Einwohnern spielen 35 000 Volleyball. Die zwölf besten davon stehen in der Sporthalle im Tellenfeld. In Amriswil spielen gerade einmal rund 200 Leute Volleyball. Da wird die Auswahl etwas kleiner. Aber sie lassen sich nicht vorführen, die Amriswiler, die schon in der Meisterschaft gezeigt haben, dass diese Saison ernsthaft mit ihnen zu rechnen ist. 0:3 heisst der Spielstand zwar zum Schluss, aber die Amriswiler konnten auf weiten Strecken mit dem starken türkischen Gegner mithalten. Vielleicht hat das über drei Sätze anhaltende «Hopp Amriswil, hopp Amriswil» doch etwas genützt.
(Quelle: http://www.tva-volleyball.ch/ - Rita Kohn)
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